Infrastruktur und Umwelt
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Hochwasserrisiken Westlicher Balkan: Vorläufige Risikobewertung für das Drin-Einzugsgebiet fertiggestellt

Für das internationale Drin-Einzugsgebiet, das neben dem Quellbereich in Griechenland Gebiete von Mazedonien (neu: Nordmazedonien), Kosovo, Albanien und Montenegro umfasst, wurden nun die potenziellen Hochwasserrisikogebiete ermittelt. INFRASTRUKTUR & UMWELT hat dazu im Auftrag der beteiligten Staaten, finanziert durch die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, den Bericht zur „Vorläufigen Bewertung der potenziell signifikanten Hochwasserrisiken“ vorgelegt. Er dokumentiert die Ergebnisse der Risikoanalysen an allen Haupt- und Nebengewässern in dem ca. 20.000 km² umfassenden Einzugsgebiet.

Das Vorgehen, das maßgeblich im Rahmen einer projektbegleitenden internationalen Arbeitsgruppe abgestimmt wurde, basiert auf den Anforderungen der EU Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie von 2007, so dass die Westlichen Balkanstaaten die EU-Standards freiwillig bereits erfüllen, obwohl sie noch nicht Mitgliedsstaaten sind. Im Detail wurden Methoden und Signifikanzkriterien in der Projektgruppe entwickelt und abgestimmt, die sich an den Standards der Deutschen Bund-Länder-Arbeitsgruppe LAWA orientieren.

So wurden historische Hochwasserereignisse ausgewertet, hydrologische und ökonomische Analysen durchgeführt und mithilfe von globalen digitalen Höhenmodellen sowie Landnutzungsdaten die potenziellen Risikoschwerpunkte identifiziert. Dies wurde in zahlreichen Karten und in dem Bericht dokumentiert. Ergänzend wurde mit den beteiligten Staaten ein Bündel von transnationalen Maßnahmen für die Hochwasserrisikominderung erarbeitet und vereinbart, dass die weitere internationale Zusammenarbeit in dem Flussgebiet schrittweise weiter stärken soll.

Im Ergebnis liegen nun für 45 identifizierte potenzielle Risikogebiete oder APSFR („Areas of potential significant flood risk“) detaillierte Daten und Fakten in Fact-Sheets und Karten vor. Und in den projektbegleitenden Workshops wurden zahlreiche Fachleute der beteiligten Behörden im Hochwasserrisikomanagement und für den Umgang mit den Projektergebnissen fortgebildet. Damit werden die Staaten und die internationale Zusammenarbeit im Drin-Einzugsgebiet in die Lage versetzt, weitere Schritte zur Risikominderung in dem Einzugsgebiet zu entwickeln und umzusetzen, um so für sichere Lebensverhältnisse zu sorgen. Diese Aufgaben werden auch zukünftig von der GIZ und anderen Gebern unterstützt.